Cash Flow Statement - Definition & Berechnung (2024)

Cash Flow Statement - Definition & Berechnung (1) Autor: Pit WilkensCash Flow Statement - Definition & Berechnung (2) Inhaltlich geprüft von: Philipp Berger

Inhalt

Das Cash Flow Statement (deutsch: „Kapitalflussrechnung“ oder „Cashflow-Rechnung“) ist ein Finanzbericht, der detailliert alle Mittelzu- und -abflüsse eines Unternehmens während einer Berichtsperiode aufzeigt. Es gliedert sich in drei Bereiche: laufende Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit. Die einzelnen Bestandteile sowie die Interpretation des gesamten Cash Flow Statements sind Teil dieses Artikels.

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Cash Flow Statement – Definition

Das Cash Flow Statement zeigt alle tatsächlichen Zahlungsströme („Cash Flow“) eines Unternehmens – also Einzahlungen und Auszahlungen. Es gibt einen systematischen Überblick darüber, wofür das Geld verwendet wurde. Ist das Ergebnis am Ende positiv, so hat das Unternehmen in der betreffenden Periode an Liquidität gewonnen.

Häufig wird das Cash Flow Statement vierteljährlich erstellt, da es in den Quartalsberichten der Unternehmen ausgewiesen wird. Jahresabschlüsse nach IFRS (International Finance and Reporting Standards) und Konzernabschlüsse nach HGB (Handelsgesetzbuch) müssen ebenfalls eine Kapitalflussrechnung enthalten.

Mit Hilfe der Kapitalflussrechnung können Investoren und Unternehmen nachvollziehen, aus welchen Quellen (z.B. aus laufender Geschäftstätigkeit, Investitionstätigkeit, Finanzierungstätigkeit) ein Unternehmen welche Zahlungsströme generiert und wohin diese fließen.

Bestandteile des Cash Flow Statements

Das gesamte Cash Flow Statement setzt sich aus drei Teilbereichen zusammen. Diese erfassen die Finanzströme aus verschiedenen Unternehmensbereichen.

  • Das operative Geschäft bzw. der Cash Flow from Operating Activities bildet Geldflüsse aus dem Kerngeschäft eines Unternehmens ab und gilt gleichzeitig als der Kern des Cashflow Statements.
  • Investitionen (Cash Flow from Investing Activities) und
  • Finanzierungstätigkeiten (Cash Flow from Financing Activities) werden in separaten Abschnitten ausgewiesen.

Hinweis: Für den Cash Flow werden grundsätzlich nur zahlungswirksame Geschäftsvorfälle berücksichtigt. Das bedeutet, dass z.B. Rückstellungen und Abschreibungen nicht Bestandteil des Cash Flows sind, da kein tatsächlicher Zahlungsfluss stattgefunden hat.

Cash Flow from Operating Activities

Der Cash Flow from operating Activities (Cash Flow aus dem operativen Geschäft oder operativer Cash Flow) betrachtet die Ein- und Auszahlungen aus der laufenden Geschäftstätigkeit. Darunter versteht man alle Zahlungsströme, die im Zusammenhang mit dem eigentlichen wirtschaftlichen Zweck eines Unternehmens stehen.

Bei einem Automobilhersteller ist dies beispielsweise die Produktion von Fahrzeugen. Auszahlungen für Löhne und Gehälter oder Lieferantenrechnungen gehören somit ebenfalls zum Kerngeschäft. Einzahlungen können unter anderem durch Zahlungen von Kunden erfolgen.

Ein positiver Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit kann zur Tilgung von Krediten oder für Neuinvestitionen verwendet werden. Umgekehrt kann ein negativer Cashflow durch Kreditaufnahme oder Desinvestitionen gedeckt werden.

Cash Flow from Investing Activities

Der Cash Flow from investing Activities (Cash Flow aus der Investition) betrachtet die Ein- und Auszahlungen aus der Investitionstätigkeit. Für gewöhnlich haben Investitionen und Akquisitionen in diesem Abschnitt des Cash Flow Statements den größten Einfluss.

Als Investitionen werden beispielsweise Mittelabflüsse für Gebäude, Maschinen oder Grundstücke bewertet. Ausgaben für Investitionen werden auch CAPEX (Capital Expenditures) genannt. Akquisitionen umfassen dagegen Zukäufe und Übernahmen von gesamten Unternehmen oder Unternehmensteilen.

Cash Flow from Financing Activities

Der Cash Flow from financing Acitvities (Cash Flow aus Finanzierung) betrachtet die Finanzierungstätigkeit eines Unternehmens und stellt gleichzeitig den letzten Teil des Cash Flow Statements dar. Vereinfacht bewertet dieser Cash Flows, also Ein- und Auszahlungen, zwischen Eigentümern und Gläubigern einer Gesellschaft.

Bei einem positiven Cash Flow from Financing Activities gewähren in der Regel Gläubiger dem Unternehmen Geldmittel. Ein Beispiel hierfür ist ein Kredit von einer Bank. Werden dagegen Verbindlichkeiten getilgt, Dividenden ausbezahlt oder Aktien zurückgekauft, entsteht ein negativer Cashflow, weil Geld das Unternehmen verlässt.

Begriffe für das Verständnis der Kapitalflussrechnung

Zum Verständnis der Cashflow-Rechnung ist das Verständnis der Begriffspaare „Erträge und Aufwendungen“ sowie „Einzahlungen und Auszahlungen“ von zentraler Bedeutung. Auch wenn sich diese Begriffspaare ähneln, beschreiben sie zwei unterschiedliche Vorgänge in einem Unternehmen.

  • Erträge und Aufwendungen
    Beide Begriffe sind Bestandteil der Gewinn- und Verlustrechnung. Erträge erhöhen den Gewinn eines Unternehmens, Aufwendungen vermindern ihn. Mit den Abschreibungen und den Rückstellungen gibt es beispielsweise zwei Positionen, die zwar in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt werden müssen, die aber nicht zahlungswirksam sind, also nicht direkt einen tatsächlichen Geldfluss auslösen. Vereinfacht ausgedrückt: Wenn eine Abschreibung gebucht wird, ändert sich der Banksaldo des Unternehmens nicht. Ein Zahlungsstrom ist jedoch für die Klassifizierung als Aufwand oder Ertrag nicht relevant.
  • Einzahlungen und Auszahlungen
    Wann immer der Zahlungsmittelbestand eines Unternehmens zu- oder abnimmt, also ein zahlungswirksamer Geschäftsvorfall vorliegt, handelt es sich um Einzahlungen und Auszahlungen. Dabei ist es unerheblich, nach welchen Rechnungslegungsvorschriften das Unternehmen diese Positionen verbuchen kann. Entscheidend ist allein, dass Mittel das Unternehmen verlassen haben oder ihm zugeflossen sind. Es sind also nur die Ein- und Auszahlungen mit Hilfe des Cash Flow darzustellen.

Cash Flow Statement – Berechnung

Grundsätzlich gibt es zwei Methoden zur Berechnung der Cash Flows. Es handelt sich um die direkte und die indirekte Methode. Beide Ansätze führen zum gleichen Ergebnis, basieren jedoch auf unterschiedlichen Daten.

  • Die direkte Ermittlung erfordert eine umfangreichere Datenbasis und wird daher meist von den Unternehmen selbst als internes Werkzeug verwendet.
  • Die indirekte Methode benötigt im Gegenzug weniger bzw. frei zugängliche Daten, hat aber auch eine geringere Aussagekraft. Für externe Bewerter wie Investoren oder Analysten ist es jedoch oft die einzige Möglichkeit.

Kapitalflussrechnung – Direkte Methode

Bei der direkten Ermittlung von Cash Flows werden zahlungswirksame Erträge (Einzahlungen) von zahlungswirksamen Aufwendungen (Auszahlungen) abgezogen. Diese Werte liegen häufig nur dem Unternehmen selbst vor, da nicht alle benötigten Daten veröffentlicht werden müssen.

Außerdem ist die direkte Methode flexibler, da sie nicht von Bilanzkennzahlen wie dem Gewinn abhängig ist. Diese Form der Analyse kann daher für jeden beliebigen Zeitraum durchgeführt werden. Beispielsweise kann ein Konzern monatlich eine Kapitalflussrechnung für interne Analysen erstellen.

Ein vollständiges Cash Flow Statement nach der direkten Methode wird nach dem folgenden Schema gebildet.

Vorgang+/-Beispiel
Operative Einzahlungen+Ein Kunde bezahlt eine Rechnung.
Operative AuszahlungenDas Unternehmen bezahlt Gehälter.
Cash Flow from operating Activities=
Einzahlungen aus Anlagenabgängen+Das Unternehmen verkauft eine gebrauchte Maschine.
Auszahlungen für InvestitionenDas Unternehmen kauft eine neue Fertigungshalle.
Cash Flow from investing Activities=
Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen+Das Unternehmen führt eine ordentliche Kapitalerhöhung durch.
Auszahlungen an GesellschafterDas Unternehmen zahlt seinen Aktionären eine Dividende.
Einzahlungen aus Krediten+Das Unternehmen nimmt einen Kredit auf.
Auszahlungen für KrediteDas Unternehmen tilgt einen Kredit.
Cash Flow from financing Activities=
TOTAL CASHFLOW=Summe der Teilergebnisse

Kapitalflussrechnung – Indirekte Methode

Die indirekte Methode hat ihren Ausgangspunkt bei den Earnings (Jahresüberschuss) eines Unternehmens. Als Grundlage genügt ein Geschäftsbericht des zu analysierenden Unternehmens. Die Earnings werden im Rahmen der Berechnung um alle nicht zahlungswirksamen Aufwendungen und Erträge korrigiert. Dieses Vorgehen bezieht sich ausschließlich auf den Cash Flow from operating Activities.

Vorgang+/-Beispiel
Jahresüberschuss / -fehlbetrag+Gewinn / Verlust laut Bilanz
Abschreibungen+Ein Grundstückswert verringert sich, weil Schwermetall gefunden wurde.
ZuschreibungenIm Folgejahr stellt sich heraus, dass das Grundstück doch nicht belastet ist.
Zunahme von Rückstellungen+Das Unternehmen bucht Rückstellungen für auszuzahlende Pensionen.
Abnahme von RückstellungenDie Forderungsverluste fallen geringer aus, als mit der Rückstellung im Vorjahr geplant.
Zunahme von Vorräten & ForderungenDer Lagerbestand nimmt zu.
Abnahme von Vorräten & Forderungen+Der Lagerbestand nimmt ab.
Zunahme von Verbindlichkeiten+Das Unternehmen bezahlt Lieferantenrechnungen nach 60 statt nach 30 Tagen.
Abnahme von VerbindlichkeitenDas Unternehmen bezahlt Lieferantenrechnungen nach 10 statt nach 30 Tagen.
Cash Flow from operating Activities=
Einzahlungen aus Anlagenabgängen+Das Unternehmen verkauft eine gebrauchte Maschine.
Auszahlungen für InvestitionenDas Unternehmen kauft eine neue Fertigungshalle.
Cash Flow from investing Activities=
Einzahlungen aus Kapitalerhöhungen+Das Unternehmen führt eine ordentliche Kapitalerhöhung durch.
Auszahlungen an GesellschafterDas Unternehmen zahlt seinen Aktionären eine Dividende.
Einzahlungen aus Krediten+Das Unternehmen nimmt einen Kredit auf.
Auszahlungen für KrediteDas Unternehmen tilgt einen Kredit.
Cash Flow from financing Activities=
TOTAL CASHFLOW=Summe der Teilergebnisse

Beispiele für die Kapitalflussrechnung mit der indirekten Methode

Auf einige Investoren kann es befremdlich wirken, dass bei der indirekten Ermittlung des Cash Flows Posten addiert werden, sich also positiv auf den Cash Flow auswirken, die einen negativen Einfluss auf den Gewinn des Unternehmens haben.

Dieser Umstand geht darauf zurück, dass der Ausgangspunkt der indirekten Ermittlung der Unternehmensgewinn ist. Dieser berücksichtigt bereits alle Aufwendungen und Erträge des Unternehmens. Allerdings müssen mit Aufwendungen und Erträgen nicht immer Auszahlungen und Einzahlungen einhergehen. Warum diese Werte bereinigt werden müssen, wird in den folgenden Beispielen etwas deutlicher.

  • Beispiel 1 – Lagerbestand:
    Ein Investor möchte den Cash Flow für ein Unternehmen ermitteln. Der Gewinn gemäß der letzten Bilanz beträgt eine Million Euro. Zusätzlich ist der Lagerbestand des Unternehmens von 100.000 Euro auf 50.000 Euro gesunken. Was nach einem Verlust für das Unternehmen klingen kann, ist aus Cash Flow Perspektive positiv zu werten. Eine Abnahme des Lagerbestandes bedeutet, dass Produkte verkauft wurden, die bereits in vorherigen Perioden gefertigt worden sind. In der laufenden Periode kann also ein Umsatz und bestenfalls ein Zahlungseingang realisiert werden – ohne dass es Aufwendungen gibt. Daher werden die 50.000 Euro zu dem Gewinn von einer Million Euro hinzuaddiert.
  • Beispiel 2 – Abschreibungen:
    Der Investor setzt seine Analyse fort und entdeckt 100.000 Euro Abschreibungen in der Gewinn- und Verlustrechnung des Unternehmens. Dieser Aufwand soll den Wertverlust von Anlagegegenständen abbilden. Obwohl die Abschreibungen den Gewinn des Unternehmens mindern, hat kein Geld das Unternehmen verlassen. Dies war bereits der Fall, als das Anlagevermögen angeschafft wurde. Daher stellen die Abschreibungen einen Aufwand dar, zu dem es keine Auszahlung gibt. Sie müssen also ebenfalls auf den Gewinn addiert werden, weil der ausgewiesene Wert sonst zu niedrig ist.

Cash Flow Statement – Interpretation & Bedeutung

Das Cash Flow Statement ermöglicht eine Beurteilung der Liquiditätssituation eines Unternehmens. Ein positiver Cash Flow bedeutet, dass dem Unternehmen mehr liquide Mittel zugeflossen sind, als es verlassen haben. Darüber hinaus kann das Cash Flow Statement Hinweise auf die Herkunft des Gesamtergebnisses liefern. Durch die drei Zwischenergebnisse kann ein Investor abschätzen, in welchem Cash Flow positive oder negative Ergebnisse erzielt wurden.

Interpretation Cash Flow from Operating Activities

Ist dieser Cash Flow positiv, erlöst das Unternehmen mit seinem Kerngeschäft mehr Geld, als es ausgibt. Ausgaben für Personal, Material und allgemeine Verwaltungsaufgaben sind beispielsweise schon berücksichtigt. Das Ergebnis des Cash Flows from operating Activities kann für Investitionen, Tilgungen oder Ausschüttungen verwendet werden. Ein negatives Ergebnis in diesem Abschnitt kann auf erhebliche Probleme hindeuten. Insbesondere wenn der operative Cash Flow über mehrere Perioden negativ ist, sollte ein Investor den Grund dafür herausfinden.

Der Cash Flow from operating Activities hängt zudem eng mit dem Cash Conversion Cycle zusammen. Denn neben einer ausreichenden Gewinnmarge muss ein Unternehmen auch auf seine Zahlungsziele achten, wenn es um das Thema Cash Management geht. Gewährt ein Unternehmen beispielsweise seinen Kunden 60 Tage Zahlungsziel, muss aber seine Lieferantenrechnungen nach 30 Tagen bezahlen, finanziert es seine Kunden für 30 Tage. Auch auf diesem Weg kann ein geringer operativer Cash Flow entstehen, ohne dass ein Unternehmen Verluste schreibt.

Hinweis: Liquidität ist in Unternehmen ein essenzieller Faktor. Wenn ein Unternehmen hohe (bilanzielle) Gewinne realisiert, aber zu lange auf sein Geld warten muss, kann es deshalb in Schwierigkeiten geraten. Aufgrund fehlender Liquidität mussten bereits Unternehmen Insolvenz anmelden, die grundsätzlich profitabel gearbeitet haben.

Interpretation Cash Flow from Investing Activities

Der Cashflow from investing Activities ist im Vergleich zu seinem Vorgänger meistens negativ. Das hängt damit zusammen, dass getätigte Investitionen den Cash Flow belasten. Im Gegenzug haben Investitionen das Potenzial, den Cash Flow in den nächsten Perioden zu erhöhen. Umgekehrt kann in diesem Abschnitt des Cash Flow Statements ein positiver Cash Flow Anlass zur Sorge bieten.

Dies würde bedeuten, dass ein Unternehmen mehr Geld für den Verkauf von Anlagegegenständen erlöst hat, als für neue Anlagen ausgegeben wurde. Für ein solches Vorgehen sollte das Unternehmen plausible Erklärungen liefern. Andernfalls sieht es danach aus, dass Liquidität durch den Verkauf des „Tafelsilbers“ generiert wird. Die Probleme, die zu der geringen Liquidität geführt haben, werden damit jedoch für gewöhnlich nicht gelöst.

  • Beispiel:
    Ein Unternehmen hat einen positiven Cash Flow from Investing Activities. In seinem Abschlussbericht weist es jedoch darauf hin, dass im kommenden Jahr eine neue Produktionslinie gebaut wird. Die Maschinen, die derzeit in der Halle stehen, müssen dafür verkauft werden. Ein Käufer konnte bereits dieses Jahr gefunden werden. Daher können die Investoren beruhigt sein, dass der positive Cash Flow in diesem Fall kaum Anlass zur Sorge bietet.

Interpretation Cash Flow from Financing Activities

Der Cash Flow from financing Activities kann einem Investor Informationen über die Finanzierungstätigkeiten eines Unternehmens liefern. In diesem Abschnitt können alle Transaktionen mit Kapitalgebern analysiert werden.

  • Ein positiver Financing Cash Flow bedeutet, dass ein Unternehmen Geld erhalten hat. Grund hierfür kann eine Kapitalerhöhung (Eigenkapitalgeber) oder eine Kreditaufnahme (Fremdkapitalgeber) sein.
  • Ein negativer Cash Flow from financing Activities kann dagegen auf Dividendenzahlungen oder Aktienrückkäufe (Eigenkapitalgeber) beziehungsweise Tilgungen von Krediten (Fremdkapitalgeber) zurückzuführen sein.

Eine pauschale Bewertung von positiven oder negativen Ergebnissen in dieser Sektion ist nicht möglich. Tilgungen senken den Cash Flow, aber gleichzeitig auch die zukünftige Zinslast. Eine Kreditaufnahme sorgt im Gegenzug für Geldmittel, um diese beispielsweise zu investieren, bedeutet aber einer erhöhten Fremdkapitalquote und höhere Zinsaufwendungen.

Wer nutzt das Cash Flow Statement?

Aufgrund der möglichen Informationen des Cash Flow Statements können verschiedene Personen und Gruppen ein Interesse daran haben. Dabei gibt es sowohl interne als auch externe Adressaten des Cash Flow Statements eines Unternehmens.

  • Buchhalter und Controller innerhalb des Unternehmens
    Das Cash Flow Statement kann die Grundlage der internen Liquiditätsplanung oder eines Cash Forecasting sein.
  • Mögliche Kreditgeber oder Lieferanten
    Mit dem Cash Flow Statement können diese Geschäftspartner einschätzen, wie hoch die Rückzahlungswahrscheinlichkeit ihrer Kredite ist. Lieferanten gelten dabei ebenfalls als (Waren-)Kreditgeber.
  • Mögliche Investoren
    Das Cash Flow Statement kann wichtige Hinweise für eine Unternehmensbewertung liefern. Insbesondere die Entwicklung der Cash Flows vergangener Perioden kann mögliche Ansatzpunkte für Prognosen liefern.
  • Bestehende Investoren
    Im Rahmen der laufenden Überprüfung von Investitionen kann das Cash Flow Statement eine ähnlich wichtige Rolle spielen, wie bei der Auswahl neuer Wertpapiere. Negative Entwicklungen können beispielsweise vorzeitig ein Indiz dafür liefern, eine Position aufzulösen.
  • Mitarbeiter und andere Vertragspartner
    Mitarbeiter, Pensionäre oder Kunden sind darauf angewiesen, dass ein Unternehmen über ausreichende Liquidität verfügt. Ansonsten können die Zahlungen von Gehältern und Pensionen verzögert stattfinden oder nicht mehr durchgeführt werden. Vertragspartner, wie Kunden, sind wiederum darauf angewiesen, dass ein Unternehmen sich vorfinanzieren kann. Anders kann es nicht wie vereinbart Produkte liefern oder Dienstleistungen erbringen.
  • Management
    Dem Management obliegt die Aufgabe der Prüfung des Cash Flow Statements. Daraus lassen sich etwa strategische Anpassungen ableiten. Beispielsweise kann das Management anstehende Investitionen für kurze Zeit aussetzen, wenn aktuell ein Liquiditätsengpass droht.

Cash Flow Statement – Nachteile

Grundsätzlich ist die Kapitalflussrechnung wesentlich schwieriger zu manipulieren als z.B. die Gewinn- und Verlustrechnung. Es basiert auf einer periodengerechten Betrachtung und kann auch durch bilanzpolitische Maßnahmen kaum verändert werden. Dennoch können Unternehmen das Erscheinungsbild des Cash Flow Statements aktiv manipulieren.

Dazu gehört beispielsweise das bewusste Aussetzen oder Vorziehen von Zahlungen. Denn obwohl das Cash Flow Statement eine Periode betrachtet, ist diese in der Regel identisch mit dem Geschäftsjahr bzw. den entsprechenden Quartalen. So kann ein Unternehmen eine Investition am 1. Januar eines Jahres tätigen, weil die Ausgabe den Cashflow des Vorjahres nicht beeinflussen soll.

Es ist nicht unüblich, Lieferantenrechnungen in den letzten Wochen des Jahres nicht mehr zu bezahlen, damit weniger Zahlungsmittel aus dem Unternehmen abfließen. Diese Zahlungen werden dann zu Beginn des folgenden Jahres nachgeholt.

Hinweis: Ein Unternehmen kann mit den dargestellten Mechaniken zwar das Cash Flow Statement eines Jahres beeinflussen, aber die Geldflüsse nicht verhindern. Finden beispielsweise im Dezember keine Zahlungen an Lieferanten mehr statt, hat dies nur im ersten Jahr einen positiven Effekt auf Cash Flow, Working Capital und Cash Conversion Cycle. In allen folgenden Jahren steht der Entlastung im Dezember die Belastung im Januar durch die ausstehenden Zahlungen des Vorjahres gegenüber.

Beispiel einer Cash Flow Berechnung

Für das folgende Praxisbeispiel wird der Geschäftsbericht des DAX-Konzerns Bayer aus dem Jahr 2019 verwendet. In diesem stellt das Unternehmen selbst ein Cash Flow Statement nach der indirekten Methode auf. Üblich ist der Vergleich mit einer oder mehreren Vorperioden. In diesem Fall hat Bayer das vorangegangene Geschäftsjahr als Vergleichszeitraum angegeben.

Als erster Abschnitt im Cash Flow Statement kann der Cash Flow from operating Activities analysiert werden.

Der Cash Flow aus operativen Tätigkeiten ist mit über 7 Milliarden Euro in beiden Jahren deutlich positiv. Neben dem Betriebsergebnis nach Steuern sind die Abschreibungen der größte Einflussfaktor auf den Cash Flow. Zudem konnte der Cash Flow from operating Activites im Betrachtungsjahr 2019 verglichen mit dem Vorjahr gesteigert werden. Dies kann aus Sicht eines Investors positiv bewertet werden.

Der Cash Flow from investing Activities ist negativ. Insgesamt wurde folglich Geld für Investitionen ausgegeben. Das Geschäftsjahr 2019 beschränkt sich dabei auf geringere Positionen als das Vorjahr. Vorgänge aus Investitionstätigkeiten summieren sich für 2018 auf mehr als 34 Milliarden Euro.

Dieser Wert ist maßgeblich auf die Position „Ausgaben für Akquisitionen (…)“ mit einem Wert von über 45 Milliarden Euro zurückzuführen. Der größte Teil dieser Position beinhaltet den Kaufpreis für das Saatgutunternehmen Monsanto. Bayer beschloss im Jahr 2016 den Kauf von Monsanto für insgesamt 66 Milliarden Dollar.

Wie bereits in den vorherigen Absätzen beschrieben, zeigt sich der Cash Flow from financing Activities als eine Art Ausgleichsposten. Da das Geschäftsjahr 2018 durch die Kaufpreiszahlung für Monsanto stark belastet war, hat Bayer Kredite über 65 Milliarden Euro aufgenommen. Unter Berücksichtigung der anderen Positionen des Cash Flow Statements ergibt sich damit ein positiver Cash Flow from financing Activities mit mehr als 23 Milliarden Euro. Im Jahr 2019 wurden dagegen in Summe mehr Kredite getilgt, als neu aufgenommen.

Für beide Geschäftsjahre ergibt sich ein negativer Cashflow. Der Zahlungsmittelbestand wird zuerst von 7,435 Milliarden Euro auf 4,052 Milliarden Euro und anschließend auf 3,185 Milliarden Euro gesenkt. Jedoch verbleibt damit immer noch ein ausreichendes Cash-Polster. Für die folgenden Perioden können Investoren beispielsweise darauf achten, dass die Zahlungsmittelbestände von Bayer nicht weiter sinken und somit möglicherweise ein kritisches Maß erreichen.

Tipp: Investoren können unter Zuhilfenahme älterer Geschäftsberichte eine längere Historie des Cash Flows abbilden, als aus einem einzelnen Bericht hervorgeht.

As a financial expert with a demonstrated understanding of cash flow statements, let's delve into the concepts presented in the article written by Pit Wilkens and reviewed by Philipp Berger. The article focuses on the Cash Flow Statement, also known as "Kapitalflussrechnung" or "Cashflow-Rechnung" in German. Here's a breakdown of the key concepts discussed:

Cash Flow Statement – Definition:

The Cash Flow Statement provides a detailed overview of all inflows and outflows of funds for a company during a reporting period. It is divided into three main areas: operating activities, investing activities, and financing activities.

Components of the Cash Flow Statement:

The Cash Flow Statement is comprised of three main parts:

  1. Cash Flow from Operating Activities:

    • Focuses on cash flows related to the core business operations.
    • Includes payments for wages, material, and general administrative expenses.
    • Positive cash flow indicates profitability in the core business.
  2. Cash Flow from Investing Activities:

    • Covers cash flows related to investment activities.
    • Major impact comes from investments and acquisitions.
    • Negative cash flow is typical due to capital expenditures.
  3. Cash Flow from Financing Activities:

    • Examines the financial activities of the company.
    • Positive cash flow may result from loans or equity financing.
    • Negative cash flow may occur due to dividends, stock buybacks, or debt repayments.

Terms for Understanding the Cash Flow Statement:

Understanding pairs of terms like "Revenues and Expenses" and "Inflows and Outflows" is crucial. While revenues and expenses impact the profit and loss statement, inflows and outflows directly affect the cash flow.

Calculation of Cash Flow:

The Cash Flow can be calculated using two methods – the direct method and the indirect method. Both methods lead to the same result but rely on different data sources.

  1. Direct Method:

    • Involves subtracting cash outflows from cash inflows.
    • Requires detailed internal data and is more flexible.
    • Provides a comprehensive view of cash flows.
  2. Indirect Method:

    • Starts with the company's earnings and adjusts for non-cash items.
    • Relies on publicly available data and is less detailed.
    • Commonly used for external analysis by investors and analysts.

Examples of Cash Flow Statement with the Indirect Method:

The article provides examples illustrating adjustments made in the indirect method, addressing issues like changes in inventory and depreciation.

Interpretation of Cash Flow:

Interpretation involves analyzing each section's implications:

  • Positive Operating Cash Flow indicates profitability in core operations.
  • Negative Investing Cash Flow may signal concerns if assets are being sold.
  • Financing Cash Flow offers insights into how the company is funded.

Users of the Cash Flow Statement:

Various stakeholders benefit from the Cash Flow Statement, including internal users (accountants, controllers, management) and external users (investors, creditors, suppliers).

Cash Flow Statement – Drawbacks:

While harder to manipulate than other financial statements, companies can still influence the appearance of the Cash Flow Statement by strategically timing payments or inflows.

Example of Cash Flow Calculation:

The article concludes with a practical example using Bayer's 2019 financial report to analyze the Cash Flow Statement, demonstrating how investors can assess a company's financial health.

In summary, the Cash Flow Statement is a critical financial tool that provides insights into a company's liquidity, financial activities, and overall financial health. Understanding its components and implications is essential for investors, analysts, and other stakeholders.

Cash Flow Statement - Definition & Berechnung (2024)

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